Die DIN 18017-3 ist eine deutsche Norm, die sich mit der Lüftung fensterloser Räume in Wohngebäuden befasst. Sie regelt insbesondere die Anforderungen an Lüftungssysteme für innenliegende Sanitärräume wie Bäder und Toiletten, die keine Fenster zur natürlichen Belüftung haben. Die Norm dient dem Feuchteschutz, der Sicherstellung einer hygienischen Raumluftqualität und der Vermeidung von Schimmelbildung.
Die DIN 18017-3 verfolgt mehrere wesentliche Ziele:
Sicherstellung einer ausreichenden Lüftung fensterloser Bäder und Toilettenräume.
Vermeidung von Feuchteschäden durch Kondensation und Schimmelbildung.
Schutz der Bausubstanz vor langfristigen Schäden durch Feuchtigkeit.
Energieeffizienz durch kontrollierte Lüftungssysteme.
Sicherung einer hygienischen Raumluftqualität durch Abfuhr von Gerüchen und Schadstoffen.
Die Norm gilt für die Lüftung von:
Fensterlosen Sanitärräumen in Wohngebäuden.
Räumen mit hoher Feuchtebelastung, insbesondere innenliegende Bäder.
Toilettenräumen, die nicht über Außenluft versorgt werden können.
Die Norm stellt detaillierte Anforderungen an Lüftungssysteme für fensterlose Räume:
3.1 Lüftungsarten
Freie Lüftung: Nur zulässig, wenn ein Luftverbund mit fensterbelüfteten Räumen besteht.
Mechanische Abluftanlagen: Verpflichtend für vollständig fensterlose Räume.
Zentrale Abluftsysteme: Erlaubt für Mehrfamilienhäuser.
Einzellüfter: Vorgeschrieben für dezentrale Systeme.
3.2 Anforderungen an Abluftanlagen
Dauerbetrieb oder bedarfsgeführte Steuerung (z. B. mit Feuchte- oder Präsenzsensoren).
Mindestluftwechselraten müssen gewährleistet sein.
Geräuschentwicklung: Maximal 30 dB(A) in Wohnräumen.
Brandschutz: Maßnahmen zur Verhinderung von Brand- und Rauchausbreitung in Lüftungsschächten.
3.3 Mindestluftvolumenströme
Die Norm gibt vor, wie viel Luft mindestens abgeführt werden muss:
Toilettenräume: Mindestens 40 m³/h Abluft.
Bäder: Mindestens 60 m³/h Abluft.
Bad + WC kombiniert: Mindestens 60 m³/h Abluft.
Die Einhaltung der DIN 18017-3 erfordert eine korrekte Planung, Installation und regelmäßige Wartung der Lüftungsanlagen:
Installation durch Fachbetriebe.
Regelmäßige Wartung und Reinigung zur Vermeidung von Ablagerungen und Schimmel.
Überprüfung der Luftvolumenströme zur Sicherstellung der Funktionsfähigkeit.
Die DIN 18017-3 ist Bestandteil vieler Bauvorschriften und wird in Landesbauordnungen sowie in der Musterbauordnung berücksichtigt:
Baugenehmigungspflicht: Lüftungssysteme müssen nachweislich den Anforderungen entsprechen.
Verpflichtung zur Einhaltung in Neubauten.
Sanierung bestehender Anlagen nach aktuellen Normen.
Brandschutzvorgaben: Integration der Lüftungssysteme in Brandschutzkonzepte.
Die DIN 18017-3 ist eine wesentliche Norm für die Lüftung fensterloser Räume in Wohngebäuden. Sie gewährleistet eine ausreichende Luftqualität, schützt die Bausubstanz und trägt zur Energieeffizienz bei. Die korrekte Umsetzung erfordert eine fachgerechte Planung, Installation und Wartung.