Berufsfeuerwehr (BF)

Eine Berufsfeuerwehr ist eine Feuerwehrorganisation, deren Mitglieder hauptberuflich tätig sind. Sie stellt einen wesentlichen Bestandteil des öffentlichen Sicherheits- und Rettungswesens dar und ist vor allem in größeren Städten oder Gemeinden mit erhöhtem Gefahrenpotenzial anzutreffen. In Deutschland regeln die Feuerwehrgesetze der Bundesländer die Einrichtung und den Betrieb einer Berufsfeuerwehr. Dabei gilt, dass Städte mit mehr als 100.000 Einwohnern gesetzlich verpflichtet sind, eine Berufsfeuerwehr zu unterhalten.

 

Aufgaben der Berufsfeuerwehr

Die Berufsfeuerwehr ist vielseitig tätig und übernimmt zahlreiche Aufgaben im Bereich der Gefahrenabwehr und des Katastrophenschutzes. Dazu zählen:

  1. Brandbekämpfung:

    • Löschung von Bränden aller Art, sei es in Wohnhäusern, Industrieanlagen oder in der Natur.
    • Präventive Maßnahmen wie Brandschutzkontrollen oder Beratung von Bauherren.
  2. Technische Hilfeleistung:

    • Rettung von Personen aus Fahrzeugen bei Verkehrsunfällen.
    • Beseitigung von Gefahren wie umgestürzten Bäumen, ausgelaufenen Chemikalien oder Einsturzgefahren.
  3. Rettungsdienst:

    • In vielen Städten sind Berufsfeuerwehren auch in den Rettungsdienst integriert.
    • Einsatz von Rettungswagen, Notärzten und teilweise auch Intensivtransportfahrzeugen.
  4. Katastrophenschutz:

    • Koordination und Durchführung von Maßnahmen bei großflächigen Ereignissen wie Überschwemmungen, Stürmen oder Industrieunfällen.
    • Zusammenarbeit mit anderen Organisationen wie Technischem Hilfswerk (THW), Freiwilligen Feuerwehren und Hilfsorganisationen.
  5. Ausbildung und Prävention:

    • Ausbildung von Nachwuchskräften und Schulung anderer Organisationen.
    • Öffentlichkeitsarbeit und Aufklärung, etwa durch Brandschutzerziehung in Schulen.

 

Merkmale der Berufsfeuerwehr

  1. Hauptberuflichkeit: Berufsfeuerwehrleute arbeiten in Vollzeit und sind Angestellte oder Beamte im öffentlichen Dienst. Ihre Tätigkeit ist kein Ehrenamt, sondern ein Beruf, der häufig mit besonderen Gefahren und Belastungen verbunden ist.

  2. 24/7-Bereitschaft: Berufsfeuerwehren arbeiten in einem Schichtsystem, um rund um die Uhr einsatzbereit zu sein. Eine typische Schicht besteht aus Bereitschaftszeiten, Ausbildungsphasen und Wartungsarbeiten an Geräten.

  3. Hohe Qualifikation:

    • Die Ausbildung umfasst nicht nur den Umgang mit Feuer und technische Rettung, sondern auch medizinisches Wissen, Kenntnisse in Chemie und Physik sowie Fähigkeiten zur Koordination von Großeinsätzen.
    • Fortbildungen in Spezialbereichen, z. B. Höhenrettung, Gefahrgut oder Wasserrettung, sind ebenfalls üblich.
  4. Moderne Ausstattung: Berufsfeuerwehren verfügen über eine breite Palette an spezialisierten Fahrzeugen und Geräten, wie Löschfahrzeuge, Drehleitern, Rüstwagen oder mobile Einsatzleitstellen.

 

Unterschiede zur Freiwilligen Feuerwehr

  1. Einsatzbereitschaft: Berufsfeuerwehren gewährleisten eine ständige Präsenz, während Freiwillige Feuerwehren meist bei Bedarf alarmiert werden.

  2. Personalstruktur: Während Berufsfeuerwehren ausschließlich aus hauptamtlichem Personal bestehen, arbeiten Freiwillige Feuerwehren mit ehrenamtlichen Kräften.

  3. Standorte: Berufsfeuerwehren finden sich überwiegend in großen Städten und Ballungsräumen, während Freiwillige Feuerwehren insbesondere in ländlichen Gebieten präsent sind.

  4. Einsatzausstattung und -intensität: Berufsfeuerwehren verfügen oft über spezialisierte Ausrüstung und übernehmen komplexere Aufgaben. Freiwillige Feuerwehren ergänzen diese Arbeit und übernehmen häufig kleinere Einsätze.

 

Organisation und Struktur

Eine Berufsfeuerwehr ist hierarchisch organisiert und unterteilt in verschiedene Fachbereiche und Abteilungen:

  • Leitstelle: Hier laufen Notrufe ein, und von hier aus werden Einsätze koordiniert.
  • Einsatzkräfte: Die Mannschaft besteht aus Feuerwehrleuten verschiedener Dienstgrade, die direkt an Einsätzen beteiligt sind.
  • Spezialeinheiten: Einige Berufsfeuerwehren haben spezialisierte Teams, z. B. für Höhenrettung, Tauchergruppen oder Gefahrstoffeinsätze.
  • Technische Abteilung: Wartung und Pflege der Fahrzeuge, Geräte und Schutzkleidung.
  • Verwaltung: Planung, Personalmanagement und Organisation des täglichen Betriebs.

 

Rechtsgrundlagen

In Deutschland basiert die Berufsfeuerwehr auf den jeweiligen Landesgesetzen. Diese legen fest:

  • Voraussetzungen für die Einrichtung.
  • Anforderungen an Personal, Ausbildung und Ausstattung.
  • Zusammenarbeit mit anderen Feuerwehren und Organisationen.

Beispiele:

  • In Bayern regelt das Bayerische Feuerwehrgesetz (BayFwG) die Organisation.
  • In Nordrhein-Westfalen ist die Berufsfeuerwehr im Gesetz über den Brandschutz, die Hilfeleistung und den Katastrophenschutz (BHKG) verankert.

 

Beispiele für Berufsfeuerwehren

Große deutsche Städte mit Berufsfeuerwehren sind:

  • Berlin: Größte Berufsfeuerwehr in Deutschland mit zahlreichen Standorten und Spezialeinheiten.
  • Hamburg: Umfasst sowohl Feuerwehreinsätze als auch umfangreiche Rettungsdienste.
  • München: Zuständig für den Brandschutz in einer Millionenstadt mit vielen Hochhäusern.
  • Köln: Verfügt über eine gut ausgestattete Berufsfeuerwehr mit moderner Infrastruktur.

 

Die Berufsfeuerwehr ist ein zentraler Bestandteil der Gefahrenabwehr und sorgt für Sicherheit in dicht besiedelten oder risikoreichen Regionen. Sie arbeitet eng mit anderen Organisationen zusammen und trägt wesentlich zum Schutz der Bevölkerung bei.

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